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Unsere Empfehlungen für Politik und Praxis

  • Destigmatisierungskampagne: Eine breit angelegte Destigmatisierungskampagne wäre essentiell, um nicht nur die Borderline-Persönlichkeitsstörung, sondern auch um das Fühlen und Zeigen starker Emotionen allgemein zu enttabuisieren. Ziel sollte es sein, gesellschaftlich anzuerkennen, dass intensive Emotionen Teil der menschlichen Erfahrung sind, und Wege aufzuzeigen, wie man gesund damit umgehen kann.

  • Frühe Vermittlung in der Schule: Bereits im Schulalter sollte vermittelt werden, dass psychische Gesundheit und Normalität keine festen Zustände, sondern dynamische Spektren sind. Dazu gehört auch eine altersgerechte Aufklärung über Emotionen und Strategien zur gesunden Emotionsbewältigung, die die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen vorbeugen. Das Erlernen von Empathie und Emotionsregulation ist für Gewaltprävention zentral.

  • Bestehende Machtverhältnisse und Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Körper und Sexualität müssen als Entstehungs- und Risikofaktor für psychische Erkrankungen anerkannt werden. Heilung wird durch bestehende Machtstrukturen immer wieder verhindert.

  • Strukturelle Diskriminierung muss aufgezeigt und dokumentiert werden. Uns sind viele Fälle bekannt, in denen insbesondere weiblich gelesenen Personen vor Gericht ihre Glaubwürdigkeit aufgrund der Diagnose abgesprochen wird. Dabei sind gerade weibliche Borderline-Betroffene gefährdet, in Beziehungen verschiedene Formen der Gewalt zu erleben.

  • Umbenennung der Diagnose: Angesichts weit verbreiteter Vorurteile könnte eine Umbenennung der Diagnose hilfreich sein, um eine objektivere und vorurteilsfreiere Wahrnehmung zu fördern. Der Begriff Persönlichkeitsstörung muss ersetzt werden.

  • Unabhängiger Zugang zu Therapiemöglichkeiten: Der Zugang zu therapeutischen Angeboten sollte nicht von einer formellen Diagnose abhängig gemacht werden.

  • Das Versorgungsangebot für Borderline-Betroffene sollte ausgebaut werden: Es gibt kaum Beratungsstellen noch deutschlandweite Selbsthilfe- und Therapiemöglichkeiten.

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